Wenn Ihr Unternehmen morgen keine Produktionsdaten, richtigen Informationen oder Assets mit Partnern in einem anderen Land austauschen kann, wie zukunftssicher ist dann Ihre Produktionsinfrastruktur?
Das ist eine Frage, die viele Medienunternehmen stillschweigend umtreibt. Produktionsteams generieren mehr Inhalte, mehr Metadaten und mehr experimentelle Formate als je zuvor. Doch ein Großteil dieses Wertes bleibt in Systemen gefangen, die nicht miteinander kommunizieren. Das Ergebnis ist bekannt: doppelte Arbeit, steigende Kosten und Ineffizienzen in Arbeitsabläufen, die von manuellen Korrekturen abhängig sind .
In ganz Europa sind Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen täglich mit dieser Fragmentierung konfrontiert. Da keine einzelne Organisation dies alleine erreichen kann, suchen sie nun nach Möglichkeiten, wie ein gemeinsamer, vertrauenswürdiger Datenraum Ineffizienzen reduzieren und den Wert der Daten für alle erschließen kann. Dies ist die Grundlage des Trusted European Media Data Space (TEMS) – keine neue Plattform, sondern eine gemeinsame Ebene, die bestehende Plattformen miteinander verbindet.
TEMS liefert die Bausteine, die eine Zusammenarbeit in großem Maßstab ermöglichen: ein gemeinsames Regelwerk, ein Vertrauens- und Identitätsrahmenwerk, interoperable Metadaten- und Rechte-Modelle sowie Mechanismen für den souveränen Datenaustausch. Diese Elemente sind nicht abstrakt. Sie sind die Voraussetzungen, die es Organisationen ermöglichen, Ressourcen wiederzuverwenden, Prozesse zu automatisieren und mit neuen Formaten zu experimentieren, ohne die Kontrolle oder Geld zu verlieren.
Jüngste Arbeiten innerhalb von TEMS zeigen bereits, was möglich wird, wenn diese Grundlagen vorhanden sind. Mehrere neue Anwendungsfälle veranschaulichen, wie ein europäischer Mediendatenraum Reibungsverluste reduzieren und greifbaren Mehrwert für den gesamten Mediensektor schaffen kann.
Wiederverwendung von 3D-Modellen für die virtuelle Produktion Rundfunkveranstalter arbeiten zunehmend mit 3D-Umgebungen, volumetrischen Aufnahmen und neuen Formaten wie Gaußschen Splats. Derzeit sind diese Assets teuer in der Herstellung und schwer wiederverwendbar. TEMS kann die Auffindbarkeit, die Klärung von Rechten und die grenzüberschreitende Wiederverwendung dieser Assets für die virtuelle Produktion unterstützen, sodass Kreative und Medienunternehmen auf der Arbeit der anderen aufbauen können, anstatt bei Null anzufangen.
Gemeinsame Nutzung von Barrierefreiheitsressourcen über Organisationen hinweg Audiodeskriptionen, Untertitel und Gebärdensprachenvideos sind für öffentlich-rechtliche Medien unverzichtbar, werden jedoch häufig mehrfach für denselben Inhalt neu erstellt. Der Prototyp des Accessibility Repository zeigt, wie ein föderaler Ansatz den vollständigen Austausch von Ressourcen unterstützen, Doppelarbeit reduzieren und sicherstellen kann, dass Barrierefreiheitsressourcen dort zum Einsatz kommen, wo sie benötigt werden. Er demonstriert auch ein Kooperationsmodell, bei dem Organisationen gemeinsam Lösungen entwickeln und gleichzeitig die langfristige Kontrolle behalten.
Stärkung von Metadaten, Rechten und Governance Hinter jedem Anwendungsfall steht dieselbe Anforderung: konsistente Metadaten, klare Zugangs- und Nutzungsbedingungen und eine zuverlässige Herkunft. TEMS bietet die Governance-Ebene, die es Organisationen ermöglicht, Ressourcen vertrauensvoll auszutauschen – in dem Wissen, wie sie verwendet werden können, von wem und unter welchen Bedingungen.
Diese Beispiele verdeutlichen eine einfache Wahrheit: Wenn Daten und Medienressourcen mobil sind, kann auch ihr Wert mobil sein. Ein gemeinsamer Datenraum ersetzt Innovation nicht, sondern ermöglicht sie.
Europa mangelt es nicht an Innovation. Es mangelt ihm an Interoperabilität und Vertrauen. TEMS ist die fehlende Ebene, die es unseren Innovationen ermöglicht, miteinander zu kommunizieren.